Grippe- und Norovirus: Ein unheilvolles Duo

Die jährliche Grippewelle ist da. Vergangene Woche wurden 80 Grippefälle pro 100 000 Einwohner gemeldet. Diese Woche sind es schon 176 Fälle. Gemäss dem Bundesamt für Gesundheit ist die aktuelle Phase die erste Hälfte der Grippewelle. Tatsächlich zeigt ein Blick auf die Kurven vom Vorjahr: Dies ist wohl erst der Anfang.

Auch Philip Tarr, Co-Chefarzt und leitender Arzt der Infektiologie und Spitalhygiene am Bruderholzspital, vermutet, dass die Zahlen bis Ende Februar noch deutlich steigen. «Aussergewöhnlich ist, dass die Häufung der Grippefälle schon deutlich vor Weihnachten und Neujahr begonnen hat, also zwei bis drei Wochen früher als in den letzten Jahren.» Dies liege jedoch nicht daran, dass der Erreger besonders schlimm sei. Das diesjährige Grippevirus sei eher moderat. Auch die Impfrate sei seit Jahren stabil.

Trotz der guten Prognose sind im Kinderspital die Behandlungskapazitäten aktuell ausgelastet. «Phasenweise sind die verfügbaren Betten knapp», wie Ulrich Heininger, stellvertretender Chefarzt und Leiter der Abteilung Infektiologie und Vakzinologie am UKBB, berichtet. Zusätzlich wurde die Gesamtbettenzahl auf der Intensivstation für Neugeborene um vier Betten erhöht und zusätzliches Pflegepersonal eingestellt.

 

«So stark wie selten»

Gleichzeitig zur Grippewelle sehen sich die Spitäler mit einem anderen Problem konfrontiert: dem Norovirus. Auch der hoch ansteckende Brechdurchfall ist in diesem Jahr stark verbreitet. Das Universitätsspital Basel (USB) verzeichnete letzten Monat 75 infizierte Patienten. Dabei handelt es sich nur um die nachgewiesenen Fälle. Auf der Akutgeriatrie verfügte das Spital aufgrund der verschärften Hygienemassnahmen einen Aufnahmestopp. Sabina Heuss, Leiterin Marketing und Kommunikation des USB, erklärt: «Aus hygienetechnischen Gründen dürfen auf der Akutgeriatrie zurzeit keine weiteren Patienten aufgenommen werden.»

Auch das Felix-Platter-Spital kämpft seit gut zwei Wochen gegen das Norovirus. «Vor Weihnachten begannen sich die Fälle zu häufen. Derart stark tritt das Virus zum Glück nicht jedes Jahr auf», sagt Chefarzt Dieter Breil. Das Spital reagierte sofort. Die betroffenen Patienten wurden isoliert. Teilweise bedeutete dies, dass wegen eines Krankheitsfalls vorbeugend ein ganzes Viererzimmer abgeschottet werden musste. Personal und Besucher dürfen die betroffenen Personen nur mit Schutzmantel, Maske und Handschuhen besuchen.

 

Hotspots: öV und Büro

Um die Epidemie in den Griff zu kriegen, gelten in allen Spitälern strenge Hygienevorschriften. Am Empfang werden Masken für Besucher abgegeben und zusätzliche Desinfektionsspender mit speziell starker Wirkung gegen das Norovirus aufgestellt. Was für Spitäler gilt, sollte auch von Privatpersonen umgesetzt werden. Um sich vor einer Ansteckung zu schützen, sollten folgende Tipps befolgt werden:

  • Impfen
  • oft Händewaschen und desinfizieren
  • keine «Schmützli» auf die Backe
  • auf den Self-Checkout-Automaten in Supermärkten wechseln (um einer Ansteckung durch Menschen, die in einer Schlange anstehen, zu entgehen)
  • statt dem öV lieber das Fahrrad benutzen
  • Vermieden werden sollten Orte wie Kantinen, Kindergärten, Altersheime, Grossraumbüros oder andere grössere Besucheransammlungen

Auch eine Impfung gegen die Grippe ist noch immer möglich: «Für eine Impfung ist es nie zu spät, auch wenn die Grippewelle schon ausgebrochen ist», betont Philip Tarr. Denn die Grippeepidemie kann noch bis Ende Februar anhalten.

 

Quelle: Meret Knaack — bz Basel (5.1.2017) 

 

Kommentar: «The same procedure as every year». Die Tipps muten etwas seltsam an: Impfen und Händewaschen sind die einzigen Tipps, die man ernst nehmen muss! Den Rest können Sie vergessen. Oder fahren Sie von Zürich nach Bern mit dem Velo? Können Sie als Kindergärtnerin den Kindergarten meiden? Haben alte Menschen in Altersheimen eine Wahl, wo sie wohnen?

Das einzige, was wirklich hilft: Hände waschen und desinfizieren! Wie das geht, sehen Sie hier.

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